Was ist Content Governance?
Content Governance beantwortet nicht die Frage, was gesagt wird (das ist Strategie) und auch nicht, wie es klingt (das ist der Styleguide), sondern wer entscheidet, wer freigibt, wogegen geprüft wird und wann ein Beitrag wieder auf den Tisch kommt. In kleinen Teams passt das auf eine halbe Seite: eine benannte Freigabe pro Kanal, eine Prüfliste, ein Termin für die Pflege von Bestandsinhalten.
Mit KI im Workflow wird aus der Fleißaufgabe der Engpass. Wenn ein Entwurf fast nichts mehr kostet, verschiebt sich die Arbeit vom Schreiben zum Prüfen - und ein Prozess, der vorher informell funktioniert hat, weil ohnehin nur zwei Texte pro Woche entstanden, hält das nicht mehr. Die tragfähige Form ist ein Gate: automatisch prüfen, was prüfbar ist (Verbotsliste, Struktur, Quellenpflicht), den Rest von einer benannten Person freigeben lassen.
Seit 2026 hat das eine rechtliche Seite. Artikel 50 des EU AI Act verlangt ab dem 2. August 2026 eine Offenlegung für KI-generierte Texte, die die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse informieren sollen - und macht eine Ausnahme, wenn der Inhalt eine menschliche Prüfung durchlaufen hat und eine natürliche oder juristische Person die redaktionelle Verantwortung trägt. Ein dokumentierter Freigabeschritt ist damit nicht mehr nur Qualitätssicherung.
Warum ist Content Governance wichtig?
Die Ausnahme von der Offenlegungspflicht nach Artikel 50 knüpft ausdrücklich an eine menschliche Prüfung und eine benannte redaktionelle Verantwortung an. Wer seinen Freigabeschritt sauber dokumentiert, erfüllt sie nebenbei - wer ihn nur mündlich lebt, muss im Zweifel erklären, dass es ihn gab.
Content Governance in der Praxis
- 01Eine Zeile pro Kanal: wer schreibt, wer gibt frei, wogegen wird geprüft, wann wird der Inhalt wieder angefasst.
- 02Publish-Gate mit fester Schwelle: Verbotsliste, Struktur und Quellenpflicht laufen automatisch, darunter wird nachgebessert statt veröffentlicht.
- 03Pflegeplan für Bestandsinhalte: jeder Beitrag bekommt ein Datum, an dem jemand prüft, ob Zahlen und Links noch stimmen.


