Was ist Content-Audit?
Ein Content-Audit ist eine Inventur mit Urteil. Du listest alle veröffentlichten Inhalte auf und bewertest jeden Eintrag nach denselben Kriterien: Leistung (Reichweite, Verweildauer, Anfragen), Aktualität (stimmen Zahlen, Preise, Rechtsstand noch), Substanz (steht ein eigener Gedanke drin) und Rolle im Ganzen (welche Suchintention bedient die Seite). Am Ende steht keine Liste, sondern eine Entscheidung pro Eintrag.
Vier Entscheidungen reichen: behalten, aktualisieren, zusammenlegen, löschen. Zusammenlegen ist die am häufigsten übersehene: Wenn drei eigene Seiten dasselbe Thema mit denselben Worten bedienen, konkurrieren sie um dieselbe Suchanfrage, und keine gewinnt sie klar. Löschen ist die zweitwichtigste, weil ein Bestand aus dünnen Seiten die starken Seiten mitträgt und nicht umgekehrt.
Das Audit ist außerdem die einzige verlässliche Grundlage für Wiederverwertung. Ohne Bestandsaufnahme recycelst du den neuesten Beitrag statt des besten. Die spannenden Kandidaten sind Inhalte mit guter Verweildauer und schwacher Reichweite: Dort ist die Substanz vorhanden und das Format schuld.
Warum ist Content-Audit wichtig?
Im B2B-Report des Content Marketing Institute (Feldzeit Sommer 2025, 1.015 ausgewertete Marketer) halten nur 12 Prozent ihr eigenes Content-Marketing für hocheffektiv, und 40 Prozent nennen als größte Hürde, Inhalte zu schaffen, die zu einer Handlung führen. Ohne Audit weißt du nicht, welche deiner Seiten in welche Gruppe gehört - und optimierst weiter auf Verdacht.
Content-Audit in der Praxis
- 01Eine Beraterin sortiert 60 Blogartikel in vier Spalten und stellt fest, dass 18 davon dasselbe Thema in leichten Varianten bedienen. Sie legt sie zu drei starken Seiten zusammen.
- 02Ein Handwerksbetrieb findet im Audit vier Seiten mit Preisangaben von 2023 - der schnellste Vertrauensgewinn ist hier eine Aktualisierung, kein neuer Text.
- 03Ein SaaS-Team markiert Seiten mit guter Verweildauer und schwacher Reichweite als Recycling-Kandidaten und macht daraus im Folgemonat Newsletter- und Social-Formate.
Dazu im Journal
- Wir wollten die meistzitierte KI-Zahl prüfen. Im Report steht sie fünfmal.95 Prozent scheitern: die Zahl steht überall. Sie stammt aus einem MIT-Report, der sie fünfmal enthält - jedes Mal mit einer anderen Bezugsgröße. Was daran hängt, wo wir sie selbst falsch zitiert haben und wie du eine Zahl in fünf Minuten prüfst.
- Content-Recycling mit KI: aus einem Beitrag zwölf Assets, ohne Beliebigkeit95 Prozent der B2B-Marketer nutzen laut Content Marketing Institute KI, 87 Prozent werden dadurch produktiver - aber nur 39 Prozent sehen bessere Ergebnisse. Woran das liegt und wie du aus einem Beitrag viele Formate machst, ohne dass die Substanz verdünnt wird.


