Was ist Redaktionsplan?
Ein Redaktionsplan hält vier Angaben pro Eintrag fest: Thema, Kanal, Termin und verantwortliche Person. Alles darüber hinaus ist Komfort. Entscheidend ist nicht das Werkzeug, sondern dass der Plan verbindlich ist: Ein Termin ohne Namen daneben ist eine Absichtserklärung, kein Plan.
Der Nutzen liegt weniger in der Ordnung als in der Vorproduktion. Wer weiß, dass in drei Wochen ein Beitrag zu einem Thema erscheint, kann die Recherche früher beginnen, den Kundenfall rechtzeitig anfragen und die abgeleiteten Formate gleich mitdenken. Ohne Plan entsteht jedes Stück unter Termindruck, und unter Termindruck entsteht das, was schnell geht, nicht das, was wirkt.
Realistisch geplant wird rückwärts von der Kapazität, nicht vorwärts vom Wunsch. Zwei gut belegte Beiträge im Monat, die zuverlässig kommen, schlagen acht angekündigte, von denen drei erscheinen. Ein Plan, der regelmäßig gerissen wird, richtet mehr Schaden an als keiner, weil er das Team an das Reißen gewöhnt.
Warum ist Redaktionsplan wichtig?
Ressourcenmangel bei Zeit, Menschen und Budget ist im CMI-B2B-Report die zweitgrößte Hürde im Content-Marketing, genannt von 39 Prozent der Befragten. Ein Plan schafft keine Ressourcen, aber er verteilt sie: Er verwandelt unregelmäßige Kraftakte in vorhersehbare Arbeit und macht sichtbar, wann du zu viel vorhast, bevor der Monat es dir zeigt.
Redaktionsplan in der Praxis
- 01Ein Zweipersonen-Team plant pro Monat einen Kernbeitrag und leitet daraus vier Social-Posts und einen Newsletter ab - alles steht am Monatsanfang mit Datum und Namen im Plan.
- 02Eine Agentur trägt Recycling-Termine als eigene Einträge ein statt sie am Erscheinungstag hinterherzuschieben.
- 03Ein Onlineshop plant saisonale Inhalte sechs Wochen vor dem Anlass ein, damit sie zur Suchsaison indexiert sind statt mittendrin.


