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Lead-Generierung

Win-back

Der gezielte Versuch, Kunden zurückzugewinnen, die nicht mehr kaufen: mit einem Anlass, der zum Grund ihres Weggangs passt, statt mit einer Rundmail an alle.

Was ist Win-back?

Win-back, auf Deutsch Kundenrückgewinnung oder Reaktivierung, bezeichnet alle Maßnahmen, mit denen ein Unternehmen Menschen anspricht, die einmal gekauft haben und nicht mehr kaufen. Die Churn Rate misst, wie viele Kunden verloren gehen, Win-back ist der Versuch, einen Teil davon wieder umzukehren. Ein sauberer Ablauf hat fünf Teile: eine Liste der ehemaligen Kunden mit dem Grund des Weggangs, eine Prüfung, ob die Ansprache rechtlich erlaubt ist, eine Nachricht mit einem Anlass, ein Stopp, sobald jemand antwortet, und Ruhe, wenn keine Antwort kommt.

Belegt ist dazu weniger, als die Anbieter von Software für Rückgewinnung nahelegen. Eine Auswertung von V. Kumar, Yashoda Bhagwat und Xi (Alan) Zhang im Journal of Marketing von 2015 bei einem US-Telekommunikationsunternehmen über acht Jahre kommt zu dem Ergebnis, dass Rückgewinnung sich lohnen kann. Am wirksamsten war ein Angebot, das Rabatt und Serviceverbesserung verbindet. Kunden, die den Anbieter früher weiterempfohlen hatten, nahmen Angebote eher an, und gut gelöste Probleme aus der ersten Kundenzeit erhöhten die Chance auf eine Rückkehr. Preisbedingt Gegangene blieben danach tendenziell länger, wegen schlechten Services Gegangene brachten dem Unternehmen mehr Gewinn. Prozentwerte nennt die Zusammenfassung der Studie nicht.

Zwei Grenzen gehören zur Definition. Erstens ist die Mail an einen früheren Kunden Werbung und braucht entweder eine Einwilligung oder die Bestandskundenausnahme. Zweitens gehört, wer wegen einer offenen Beschwerde gegangen ist, nicht in eine Serie, sondern zu einem Menschen, der sich meldet. Eine geprüfte Quote für ehemalige Kunden haben wir nicht gefunden: Die oft zitierte Spanne von 20 bis 40 Prozent stammt aus zweiter Hand, belegt ist nur das Lehrbuch „Marketing Metrics“ mit 5 bis 20 Prozent für neue Interessenten und 60 bis 70 Prozent für bestehende Kunden.

Warum ist Win-back wichtig?

Ein früherer Kunde kennt deine Arbeit, das ist ein besserer Ausgangspunkt als bei jedem Fremden. Wie viel das wert ist, solltest du aber selbst messen und nicht aus einem Lehrbuch übernehmen: Schreib an zwanzig ehemalige Kunden, zähl Antworten und Buchungen, und du hast die erste Zahl, die zu deinem Geschäft gehört. Der Abo-Anbieter Recurly meldet für 2025 rund 20 Prozent der neuen Abschlüsse von Rückkehrern, das sind Herstellerdaten aus dem Abo-Geschäft und damit ein Hinweis, kein Maßstab.

Win-back in der Praxis

  1. 01Ein Gartenbaubetrieb notiert beim Abschluss jedes Auftrags, was dem Kunden wichtig war, und meldet sich bei der Pflege-Kundschaft nach 13 Monaten mit einer einzigen Frage zur nächsten Saison. Wer nicht antwortet, bekommt höchstens eine zweite Nachricht und wird dann auf „ruhend“ gesetzt.
  2. 02Eine kleine Agentur hat einen Kunden wegen des Preises verloren. Sie schreibt ihm ein kleineres Paket mit einer Verbesserung, die es beim Weggang noch nicht gab, also Preisargument und Serviceargument in einem Angebot.
  3. 03Ein Kunde ist nach einer nicht gelösten Beschwerde gegangen. Der Inhaber schreibt keine Serie, sondern ruft persönlich an, benennt die Sache und verkauft in diesem Gespräch nichts.

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