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Performance

Scrolltiefe

Wie weit Besucher eine Seite herunterscrollen - brauchbar wird die Zahl erst als Anteil der Besucher, der eine bestimmte Marke überhaupt erreicht.

Was ist Scrolltiefe?

Scrolltiefe lässt sich auf zwei Arten lesen, und nur eine davon führt zu einer Entscheidung. Die erste ist die Tiefe je Besuch: Diese Person kam bis 62 Prozent der Seite. Die zweite ist der Anteil je Marke: 100 Prozent der Besucher sehen den Kopf, 48 Prozent erreichen die Hälfte, 19 Prozent das Ende. Nur die zweite Lesart beantwortet die Frage, die du wirklich hast, nämlich ob ein bestimmtes Element überhaupt zu einem nennenswerten Teil deiner Besucher durchdringt.

Damit ist die Kennzahl vor allem ein Platzierungswerkzeug. Formular, Preis, Terminbutton, Vertrauensbeweis: Alles, was für die Entscheidung nötig ist, gehört oberhalb der Marke, die eine deutliche Mehrheit noch erreicht. Steht es darunter, existiert es für die meisten Besucher nicht, egal wie gut es formuliert ist. Diese Prüfung dauert eine Minute und ersetzt lange Diskussionen darüber, ob eine Seite zu lang ist.

Die Falle liegt darin, dass Scrolltiefe kein Lesen misst. Wer eine Seite in zwei Sekunden bis zum Ende durchwischt, erzeugt denselben Wert wie jemand, der jeden Absatz liest. Dazu kommt: Der Prozentwert ist relativ zur Seitenhöhe, eine lange Seite bekommt allein deshalb schlechtere Werte als eine kurze. Deshalb wird die Scrolltiefe nie allein gelesen, sondern immer gegen ein Ziel: Erreicht der Besucher die Stelle, an der die Handlung möglich wird?

Warum ist Scrolltiefe wichtig?

Die Nielsen Norman Group hat in einer Eyetracking-Auswertung von über 130.000 Blickfixierungen von 120 Testpersonen gemessen, wie sich die Betrachtungszeit verteilt: 57 Prozent auf den ersten Bildschirm, 74 Prozent auf die ersten beiden, 81 Prozent auf die ersten drei. Gescrollt wird also durchaus - nur wird unten deutlich weniger gelesen, und genau diese Verteilung entscheidet, wo dein Hauptbutton stehen muss.

Scrolltiefe in der Praxis

  1. 01Eine Leistungsseite hat ihren Terminbutton am Ende. Die Scrolltiefe zeigt, dass ihn 22 Prozent erreichen, also wandert ein zweiter Button in den ersten Bildschirm.
  2. 02Nach dem Kürzen eines Blogbeitrags erreichen 41 statt 26 Prozent den Abschluss mit dem Angebot - dieselbe Zahl, gegen die eigene Vergangenheit gemessen.
  3. 03Auf dem Handy liegt die Marke, die die Hälfte der Besucher erreicht, bei 38 Prozent der Seite, am Rechner bei 55 Prozent. Die Reihenfolge der Abschnitte wird daraufhin für das Handy eigens festgelegt.

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