Was ist 301-Weiterleitung?
Eine `301`-Weiterleitung ist eine Antwort des Servers, kein Eintrag auf der Seite. Ruft jemand die alte Adresse auf, antwortet der Server mit dem Statuscode `301 Moved Permanently` und der neuen Adresse; Browser und Crawler folgen sofort. Google behandelt `301` und `308` gleichwertig als dauerhafte Weiterleitung und überträgt die Signale der alten Adresse auf die neue. Die vorübergehende Variante `302` sagt das Gegenteil aus und ist beim Umzug die falsche Wahl. Lösungen im Browser, etwa ein Meta-Refresh oder eine Umleitung per JavaScript, sind schwächer und langsamer.
Gebraucht wird sie überall dort, wo eine Adresse endgültig verschwindet: beim Wechsel der Domain, beim Umbau der URL-Struktur, beim Umstieg auf HTTPS, beim Zusammenlegen doppelter Seiten und bei gelöschten Seiten mit echtem Nachfolger. Drei Regeln entscheiden über die Qualität. Jede alte Adresse zeigt einzeln auf ihr inhaltliches Gegenstück, nicht pauschal auf die Startseite. Es bleibt bei einem Sprung, Ketten aus mehreren Weiterleitungen kosten Zeit und Klarheit. Und alle internen Links werden auf das neue Ziel umgeschrieben, statt dauerhaft über die Weiterleitung zu laufen.
Die Frist unterschätzen die meisten. Google empfiehlt in seiner Dokumentation zum Website-Umzug, die Weiterleitungen so lange wie möglich zu halten, in der Regel mindestens ein Jahr. Die Adressänderung in der Search Console läuft parallel dazu 180 Tage; danach erkennt Google keinen Zusammenhang mehr zwischen alter und neuer Website. Was eine Weiterleitung nie leistet: Sie kann keinen Namen umziehen. Wer nach dem alten Firmennamen sucht, landet auf keiner alten Adresse, sondern in den Suchergebnissen.
Warum ist 301-Weiterleitung wichtig?
Google nennt in seiner Dokumentation zum Website-Umzug eine klare Untergrenze: Weiterleitungen sollen so lange wie möglich stehen bleiben, in der Regel mindestens ein Jahr. Wer die alte Domain nach drei Monaten abschaltet, weil das Projekt erledigt wirkt, wirft genau den Teil weg, der die aufgebaute Sichtbarkeit auf die neue Adresse trägt.
301-Weiterleitung in der Praxis
- 01Beim Domainwechsel bekommt jede alte URL eine eigene `301` auf die inhaltlich passende neue Adresse, nicht alle zusammen auf die Startseite.
- 02Zwei fast identische Ratgeberseiten werden zusammengelegt: Die schwächere zeigt dauerhaft auf die stärkere, statt beide nebeneinander laufen zu lassen.
- 03Eine ausgelaufene Aktionsseite ohne Nachfolger bekommt keine Weiterleitung, sondern ehrlich einen 410 oder 404 - eine Weiterleitung auf die Startseite wäre für Google eine Sackgasse.
Dazu im Journal
- Vor dem Relaunch messen: die vier Zahlen haben ein AblaufdatumNach dem Umbau willst du wissen, ob es besser geworden ist. Die Zahlen dafür sind heute noch da, aber sie verfallen: Google Analytics löscht Ereignisdaten je nach Einstellung nach 2 oder 14 Monaten, die Felddaten-Historie reicht 40 Wochen zurück, die Search Console 16 Monate. Für den Nachweis einer Verbesserung um 30 Prozent brauchst du bei 20 Anfragen im Monat rund 23 Monate Messzeit.
- Was ein Rebranding kostet und wann es sich nicht lohntDas Designangebot ist der kleinste Posten. Die britische Straßenbehörde ließ ihre neue Identität im eigenen Haus entwerfen, für null Euro, und gab trotzdem mehr aus, als für die ganze Umstellung budgetiert war. Was der Markenschutz wirklich kostet, was ein Domainwechsel mit deiner Sichtbarkeit macht, und woran du erkennst, dass der neue Name dein Problem nicht löst.


